Die Schokolade verbreitet sich in Europa
Gestern habe ich Schokofrüchte gesucht, sie sind sicher eine meiner liebsten Süßigkeiten auf dem Weihnachtsmarkt. Weil wir schon beim Thema Schokolade sind, geht’s jetzt mit der Geschichte der Schokolade weiter.
Die Schokolade verbreitete sich anfangs über die Königs- und Adelshöfe in Europa. In Italien wurde mit der Schokolade schon gleich experimentiert. Schokolade wurde mit verschiedenen Duftstoffen aromatisiert. So entstand die damals berühmte „Jasminschokolade“, doch Zitronenschalen wurden ebenfalls gerne verwendet. Die Schokolade wurde auch als Gewürz in herzhaften Gerichten, wie Suppen und Saucen, verwendet. Ein besonderes Rezept war in Schokolade getauchte Leber, die dann frittiert wurde.
Im 17. Jahrhundert verbreitete sich die Schokolade in England. Dort wurde sie hauptsächlich in Kaffeehäusern und eigenen Schokoladenhäusern verkauft und getrunken. Die Schokolade war zwar für die Bevölkerung zugänglich, aber da sie sehr teuer war, konnten sie sich nur wohlhabende Menschen leisten. Damals war Kaffee das beliebteste Getränk in England, wegen seiner anregenden Wirkung und dem günstigen Preis.
Nach Deutschland kam die Schokolade ebenfalls im 17. Jahrhundert. Lange Zeit wurde die Schokolade nur als Medizin und Stärkungsmittel genutzt und war in Apotheken erhältlich. Erst 1673 eröffnete in Bremen ein Niederländer das erste Kaffeehaus, in dem auch die Schokolade genossen werden konnte. In den folgenden Jahrzehnten entstanden in vielen deutschen Städten weitere Kaffeehäuser, in denen Schokolade getrunken werden konnte. Auch in Deutschland war die Schokolade sehr teuer, was zusätzlich durch Zölle und Abgaben verstärkt wurde. Die Schokolade konnte sich daher nur die reichen Leute leisten. Zu den berühmtesten Schokoladenliebhabern in Deutschland gehörten auch Goethe und Schiller.
Doch die Schokolade hatte auch ihre Schattenseiten. Die Nachfrage nach Schokolade wurde immer größer und gleichzeitig wurde die Bevölkerung in Mittelamerika durch eingeschleppte Krankheiten und Eroberungskriege immer kleiner. Um die weggefallenen Arbeiter zu ersetzen, wurden immer mehr afrikanische Sklaven nach Mittelamerika zu den Kakaoplantagen gebracht, um dort zu arbeiten. In etwa 350 Jahren wurden so zwischen 15 und 20 Millionen afrikanische Sklaven nach Amerika gebracht.
Die Geschichte der Schokolade ist also auch von Ausbeutung und unmenschlichen Arbeitsbedingungen geprägt. Doch auch heute gibt es noch viele Menschen, die unter schlechten Bedingungen auf Kakaoplantagen arbeiten müssen. Deshalb solltest du beim Kauf von Schokolade auf Fair-Trade-Siegel achten, damit die Kakaobauern unter fairen Bedingungen arbeiten können. Hier findest du mehr Infos zu verschiedenen Siegeln.
Mit der Industrialisierung ab dem 18. Jahrhundert kamen noch viele Erfindungen auf, die die Schokolade, wie wir sie heute kennen, erst möglich machten. Doch dazu gibt’s in einem der nächsten Türchen mehr.




